„Für die Menschen in der Stadt da sein“

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Juso-Stadtverbandsvorsitzender Caner Demirci hat viel vor: Integration, Notfall-Hotline, Wahlkampf

Er ist 22 Jahre jung und hat viel vor: Seit Ende Juli ist Caner Demirci
der neue Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos), der Jugendorganisation
der SPD Straubing. Wir haben mit dem Jura-Studenten über seine Heimatstadt, seinen politischen Werdegang und über seine künftigen Pläne fürdie Stadt gesprochen.

Straubinger Tagblatt: Ihr Nameklingt nach ausländischen Wurzeln. Woher kommen Sie beziehungsweise Ihre Familie?

Demirci: Meine Eltern kommen aus Istanbul, aber ich bin
in Straubing geboren und aufgewachsen. Ich fühle mich hier absolut
zu Hause und hatte nie einen Identitätskonflikt. In Straubing,
finde ich, braucht man den auch nicht zu haben. In einer Großstadt
ist das sicherlich anders, aber hier ist nicht alles anonym. Man fühlt
sich aufgenommen, die Leute sind hilfsbereit. Erst kürzlich war ich zu
Fuß mit Koffer vom Ludwigsgymnasium aus, wo ich in der Nähe
wohne, in Richtung Bahnhof unterwegs. Da hielt eine fremde Dame
mit ihrem Auto neben mir und fragte tatsächlich, ob sie mich mitnehmen
könnte. So etwas passiert nur in Straubing.

Tagblatt:Seit wann sind Sie politisch aktiv beziehungsweise wann sind Sie zu den Jusos gekommen?

Ich interessiere mich seit meiner frühen Kindheit für Politik und
habe vor allem das internationale Geschehen schon immer beobachtet.
Den Jusos bin ich erst vor zweieinhalb Jahren beigetreten. Relativ
spät. Ich wollte, wenn ich einer Partei beitrete, überzeugt sein, dass
diese die Interessen vertritt, die ich auch vertreten möchte. Mit der SPD
konnte und kann ich mich identifizieren.

Tagblatt: Ende Juli wurden Sie zum neuen Vorsitzenden der Jusos Straubing gewählt. Was hat sich seither für Sie geändert?

Ich konnte in den zwei Monaten schon zahlreiche Erfahrungen
sammeln und viele neue Menschen kennenlernen.
Als Vorsitzender stehen für mich zum einen Fortbildungen, aber auch viele offizielle Termine auf dem Programm. Und vor allem muss man
sich ständig auf dem Laufenden halten. Schließlich ist es meine
Pflicht, die Jungsozialisten zu repräsentieren. So haben wir zum Beispiel
bereits hinter die Kulissen des Klinikums St. Elisabeth geschaut
oder das Verlagshaus des Straubinger Tagblatts besichtigt.

Tagblatt: Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Generell wollen wir als Jusos die Integration unterstützen, ganz nach
dem Motto „Vielfalt als Chance“. Wir wünschen uns, dass sich die
verschiedenen Kulturkreise der Stadt näherkommen, aber trotzdem
ihre eigene Identität bewahren. Ein guter Kontakt von unserer Seite aus
zur islamischen Gemeinde besteht beispielsweise bereits.

Tagblatt: Was planen Sie in diesem Zusammenhang konkret?

Ich plane unter anderem noch heuer Oberhäupter der verschiedenen
Glaubensrichtungen der Stadt an einen Tisch zu holen, um mit ihnen
darüber zu diskutieren, wie die verschiedenen Kulturen zusammengebracht
werden könnten. Die Strukturen sind ja bereits vorhanden, aber vielleicht kann man sie ja noch verbessern. Das soll übrigens keine einmalige Veranstaltung werden, sondern einen Prozess in Gang setzen. Außerdem planen wir noch weitere Infotage. Bereits im Juni haben wir unter dem Motto „Wie werde ich das, was ich werden will?“ Kindern und Jugendlichen der islamischen Gemeinde verschiedene Bildungswege vorgestellt.

Tagblatt: Neben der Integrationsarbeit: Gibt es noch andere Projekte, die
Sie konkret in Straubing verwirklichen wollen?

Demirci:Wir sind gerade dabei, ein Konzept für eine kostenlose Notfall-Hotline für bedürftige Menschen in der Stadt auszuarbeiten. Für Menschen, die nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Beispielsweisefür Obdachlose und für Leute mit seelischen oder Drogenproblemen.
Wir sind keine Experten, aber oft hilft es ja schon, wenn man erst mal
zuhört, und dann möchten wir die Betroffenen gegebenenfalls an zuständige Behörden, Dolmetscher oder sonstige Einrichtungen weiterleiten.Wir, die Jusos, wollen einfach für die Menschen in Straubing da sein. Wegen der notwendigen finanziellen Unterstützung für dieses
Projekt, brauchen wir aber erst noch das Okay von der SPD. Und
natürlich wollen wir im kommenden Jahr die SPD beim Wahlkampf
unterstützen und die Bevölkerung über Ziele im kommunalen, bayernweitenund bundesweiten Bereich informieren. Mir ist es vor allem ein persönliches Anliegen, dass sich die Bürger wieder stärker am politischen Prozess beteiligen und ihre Probleme, Wünsche und Vorstellungenbei uns vorbringen.

Interview: Sandra Bauer

 

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